Aufregende Rennen zum DKM-Saisonauftakt

04.05.2015

Nach fast sieben Monaten Rennpause ertönten am vergangenen Wochenende wieder die Motoren in der höchsten Kartrennserie Deutschlands. 101 Fahrerinnen und Fahrer traten beim Auftakt der Deutschen Kart Meisterschaft in Wackersdorf an und zeigten spannende Rennen wie nie. Die Gesamtwertungen werden angeführt von Max Hesse (DJKM), Menno Paauwe (DSKM) und Richard Verschoor (DKM).

Erstmalig war das Prokart Raceland Wackersdorf Schauplatz des Saisonauftaktes in der Deutschen Kart Meisterschaft. 101 Teilnehmer reisten in die Oberpfalz und zeigten eins der spannendsten Rennwochenenden seit langem. Ein Faktor dafür waren die Witterungsbedingungen, teilweiser Regen machten die Wahl des richtigen Setups schwierig. Am Ende hatten Max Hesse (DJKM), Menno Paauwe (DSKM) und Richard Verschoor (DKM) den besten Riecher und führen die Gesamtklassements an.

Für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung sorgte die erfahrene Crew des DMSB und des Ortsclub Würzburg e.V. Serienkoordinator Stefan Wagner war froh über den guten Start in die Saison: „Das erste Rennen des Jahres ist immer etwas besonders. Es müssen sich wieder alle Routinen einstellen und die neuen Fahrer an die Organisation gewöhnen. Zusammenfassend hat aber alles sehr gut funktioniert und wir sahen tollen Kartsport. Die Rennen waren bis zum Ende spannend und vor allem fair. Nach dem Start gab es nur wenige Unfälle, was für die Disziplin unserer Fahrer und die gute Arbeit der Race-Control spricht. Herzlichen Glückwunsch allen Siegern und vielen Dank an die vielen Helfer für deren Unterstützung.“

DJKM: Tubben und Arnold teilen sich Siege

Auch wenn das Teilnehmerfeld der Junioren etwas schwächer besetzt war, überzeugten die Piloten mit einer hohen Qualität. Nach dem Zeittraining lag der Däne Emil Dose (Storm Development) an der Spitze, doch in zwei miserablen Heats rutschte er an das Ende des Feldes ab. „Das war kein guter Tag für uns“, fasste der Youngster am Abend zusammen. Die Spitzenposition nahm indessen Patricija Stalidzane (TK Racing) ein. Mit einem Sieg und einem zweiten Platz holte sich die Energy-Kart-Pilotin die ersten zehn Meisterschaftspunkte des Jahres und stand im ersten Finale auf der Pole-Position.

Doch in diesem wurde Stalidzane durch einen Plattfuß gestoppt. Davon unbeeindruckt übernahm Max Tubben (CRG Holland) die Führung und enteilte seinen Verfolgern um Längen. Beim Überqueren des Zielstrichs hatte der Niederländer einen deutlichen Vorsprung und feierte den ersten Sieg des Jahres: „Im Regen fühle ich mich wohl, vom Start weg lief alles perfekt und ich bin nie unter Druck geraten.“ Dahinter entbrannte jedoch ein packender Fight zwischen Bent Viscaal (KSM Racing Team), Max Weering (CRG Holland) und Max Hesse (RS Motorsport). Die Drei lieferten sich ein aufregendes Rennen und fuhren teilweise nebeneinander über den 1.222 Meter langen Kurs. Zur Entscheidung kam es erst zwei Runden vor Schluss: Max Weering schied mit einem technischen Defekt aus und machte Max Hesse den Weg frei. Der Förderpilot der ADAC Stiftung Sport bezwang noch Bent Viscaal und wurde Zweiter. Auch auf den Verfolgerrängen hingen die Fahrer ebenso eng beisammen. Doureid Ghattas (KSM Motorsport) folgte als Vierter vor Mads E. Hansen (Storm Development) und Niklas Krütten (Forza Racing). Eine Zeitstrafe warf Luca Lippkau (RMW Motorsport) von Platz fünf auf sieben zurück, Luke Wankmüller (Solgat Motorsport) wurde Achter vor Noah Milell (JP Racing) und Felix Arnold (ADAC Hessen-Thüringen e.V.).

Das zweite Finale am Nachmittag war erneut ein wahrer Krimi. Aus der siebten Position gestartet hatte Luca Lippkau in der Anfangsphase das schnellste Kart und führte die Meute an. Doch zu Rennmitte schlossen Felix Arnold und Max Hesse zu dem Kosmic-Kart-Piloten auf und nutzten kurz vor Rennende einen kleinen Fehler des DJKM-Neueinsteigers. Sowohl Arnold als auch Hesse überholten Lippkau und beendeten das Rennen als Erster und Zweiter. Für Sieger Felix Arnold war es der erste Erfolg in der Deutschen Junioren Kart Meisterschaft: „Ich bin super happy gewonnen zu haben. Wir waren schon im Zeittraining sehr gut unterwegs, hatten aber in den Heats etwas Pech. Nun lief wirklich alles perfekt und es ist ein tolles Gefühl auf der obersten Stufe des Siegerpodest zu stehen.“ Auch Hesse und Lippkau waren am Ende zufrieden. „Ich führe nun die Gesamtwertung an, das ist ein guter Auftakt“, sagte Hesse am Abend. Sein direkter Verfolger Luca Lippkau ergänzte: „Ich hatte mir nicht im Traum vorgestellt, dass ich direkt in der DJKM ein Rennen anführe. Bis Genk absolvieren wir weitere Tests und greifen dann wieder an.“ Auf einem sicheren vierten Rang etablierte sich Luke Wankmüller gefolgt von David Brinkmann (KSM Racing Team). Letzterer zeigte eine tolle Aufholjagd, aus der letzten Startposition schaffte er den Sprung in die Top-Fünf. Noah Milell wurde Sechster gefolgt von Bent Viscaal, Patricija Stalidzane, Dennis Kramp (CRG Keijzer Racing) und Isak Sjökvist (TK Racing).

Meisterschaftsstand DJKM nach 1 von 5 Rennen:
1. Max Hesse (43 Punkte)
2. Luca Lippkau (34 Punkte)
3. Bent Viscaal (33 Punkte)
4. Max Tubben (32 Punkte)
5. Felix Arnold (31 Punkte)

DSKM: Menno Paauwe feiert sensationellen Sieg

Nach dem Zeittraining und den Heats stand ein altbekannter Name ganz oben in den Ergebnislisten – Jorrit Pex (Pex Racing Team). Der vierfache Champion fuhr die Bestzeit und siegte in beiden Heats. Doch einfach waren die Rennen für ihn nicht: Seine Verfolger machten mächtig Druck, im letzten Heat ging er erst auf der Zielgeraden am Führenden vorbei und siegte. Entsprechend verhalten war er im Interview am Abend: „Heute lief es sehr gut, wir dürfen uns aber nicht ausruhen. Die Konkurrenz ist auch in diesem Jahr wieder sehr stark.“

Es schien als hätte Jorrit Pex schon am Samstag eine Vorahnung gehabt. Direkt nach dem Start zum ersten Finale wurde er in eine Kollision verwickelt und steuerte mit einer krummen Achse die Box an. Die Führung übernahm Fabian Federer (CRG Holland) vor Davide Foré (Renda Motorsport). Doch auch für Federer nahm das Rennen keinen glücklichen Verlauf, der Italiener schied ebenfalls mit einem technischen Defekt aus. Somit sah es bis zur Rennhalbzeit nach einem klaren Sieg von Davide Foré aus. Auf abtrocknender Strecke büßte der mehrfache Kart Weltmeister jedoch deutlich an Boden ein und fiel bis zum Rennende noch auf Position sechs zurück. An der Spitze dominierte hingegen Marco Zanchetta (CPB Sport) und siegte mit einem Vorsprung von fast acht Sekunden. „Das Schaltkartfeld ist auch diesmal wieder sehr anspruchsvoll. Die Zusammenarbeit mit Alpha Kart funktioniert richtig gut und das Chassis macht einen tollen Job.“ Als bester Deutscher reihte sich Maik Siebecke (SRP Racing Team) auf Rang zwei vor dem Mann des Rennens Menno Paauwe (Paauwe Kart Racing) ein. Der Niederländer qualifizierte sich am Morgen über den Hoffnungslauf für die Finalrennen und kämpfte sich in den 21 Rennrunden von Startposition 32 auf Platz drei nach vorne. Vierter wurde Finn Kooijman (Dino Racing) vor dem Fünften Ricardo Romkema (KSW BirelART Austria). Davide Foré wurde Sechster vor John Norris (Mach1 Motorsport), Guust Specken (PDB Racing Team), Pawel Myszkier (Myszkier Auto Sport Racing Team) und Lucas Zuber (KSM Racing Team).

Nach seiner starken Aufholjagd im ersten Rennen, kürte sich Menno Pauuwe im zweiten Durchgang zum Fahrer des Wochenendes. Während des Starts verbesserte er sich auf Rang zwei und ließ vier Runden später Auftaktsieger Marco Zanchetta stehen. Bis um Fallen der Zielflagge ließ er keinen Zweifel an seinem Erfolg aufkommen: „Das war mein bisher bestes Wochenende in der deutschen Meisterschaft. Heute lief alles perfekt, nach meinem Dreher im Hoffnungslauf dachte ich es sei alles vorbei. Nun habe ich gewonnen und führe sogar die Gesamtwertung an.“ Hinter dem Niederländer lieferten sich Marco Zanchetta und Stan Pex (Pex Racing Team) einen aufregenden Schlagabtausch. Nach mehreren Positionswechseln hatte letztlich Zanchetta den längeren Atem und wurde vor dem Youngster Stan Pex Zweiter. Auch im Kampf um die verbleibenden Top-Fünf-Platzierungen sahen die zahlreichen Zuschauer tollen Kartsport. Guust Specken setzte sich durch und wurde Vierter vor Davide Foré. Doch der Italiener erhielt eine Fünfsekundenstrafe und rutschte auf Position fünf ab. Seinen Platz nahm John Norris gefolgt von Andreas Fassberg (KSM Racing Team), Fabian Federer, Jorrit Pex, Alexander Schmitz (KSM Racing Team) und Dylan Davies (CRG Keijzer Racing) ein.

Meisterschaftsstand DSKM nach 1 von 5 Rennen:
1. Menno Paauwe (45 Punkte)
2. Maik Siebecke (31 Punkte)
3. Stan Pex (31 Punkte)
4. Guust Specken (27 Punkte)
5. John Norris (26 Punkte)

DKM: Richard Verschoor startet mit Doppelerfolg

Schon nach dem Zeittraining war klar, die diesjährige DKM Saison wird spannend. Die ersten 15 Fahrer trennten weniger als eine halbe Sekunde. Schnellster im Qualifying war der amtierende Meister Martijn van Leeuwen (CRG Keijzer Racing), in der letzten Runde setzte er die Bestmarke. Doch in den Heats musste er zurück stecken. Die beiden Deutschen Manuel Valier (KSB Racing Team) und Tom Lautenschlager (TB Motorsport Racing Team) gewannen jeweils einen Durchgang und wurden einmal Zweiter. Das bessere Zeittrainingsergebnis bescherte am Ende Manuel Valier vor Lautenschlager die Pole-Position im ersten Rennen.

Dieses behielt für die Fahrer jedoch schwierige Bedingungen bereit – während die Ideallinie trocken war, gab es abseits noch zahlreiche nasse Stellen. Zu Beginn hatten acht Piloten Siegeschancen und die Führung wechselte gleich mehrmals. Erst zur Rennmitte festigte der Niederländer Richard Verschoor (RB Racing SA) seine Position und kontrollierte die Spitze. Sein Landsmann Martijn van Leeuwen versuchte den Druck hochzuhalten, doch Verschoor verteidigte souverän seinen ersten DKM-Sieg. „Für mich ist es das erste Jahr in der KF. Ich habe mich schnell zu recht gefunden und bin stolz gewonnen zu haben. Die Konkurrenz ist sehr stark“,  kommentierte der Niederländer seinen Erfolg. Auf Platz drei reihte sich der Däne Nicolai Kjaergaard (TK Racing) vor Will Stowell (CRG Keijzer Racing) und dem besten deutschen Tom Lautenschlager (TB Motorsport Racing Team) ein. Lautenschlager lieferte ein starkes Rennen ab: Nach einer anfänglichen Führung, rutschte er im Kampf um Rang zwei auf die Wiese und verlor zahlreihe Plätze. Mit tollen Überholmanövern, schaffte er aber noch den Sprung in die Top-Fünf. Dicht hinter ihm sahen Christian Sörensen (Storm Development), Tobias Müller (Kartshop Ampfing), Julias Lassen (TK Racing), Manuel Valier und Giacomo Rossi (TB Motorsport Racing Team) die Zielflagge.

Vor dem Start des zweiten Finales der Deutschen Kart Meisterschaft herrschte Aufregung in der Startaufstellung. Leichter Regen veränderte die Streckenbedingungen und die Fahrer zeigten sich besorgt über die Grippverhältnisse. Die Rennleitung entschied sich für Wet-Race und verschob den Start um zehn Minuten. Der Regen schwächte wieder ab und das gesamte Feld rollte mit Slicks an den Start. Wie schon im ersten Wertungslauf fuhr der Spitzenpulk wie an einer Perlenschnur gezogen und wechselte mehrmals die Ränge. Will Stowell führte das Klassement in der Anfangsphase an, gab seine Position aber wenig später an seinen Teamkollegen Martijn van Leeuwen ab. Der Niederländer schien auf einem sicheren Weg zum Sieg, doch auf den letzten Metern brannte Richard Verschoor ein wahres Feuerwerk ab. Zeitweise auf Platz sieben, preschte er nach vorne und holte sich in der letzten Kurve seinen zweiten Sieg am Wochenende. „Mit dem Manöver habe ich nicht gerechnet“, gestand der Zweite Martijn van Leeuwen im Ziel. Nicolai Kjaergaard (TK Racing) stand als Dritter erneut auf dem Siegerpodest. Christian Sörensen (Storm Development) reihte sich als Vierter gefolgt von Will Stowell ein. Die Top-Ten schlossen Takuya Okada (CRG Keijzer Racing), Kristian Thorsen (Storm Development), Manuel Valier, Tom Lautenschlager und Tobias Müller ab.

Meisterschaftsstand DKM nach 1 von 5 Rennen:
1. Richard Verschoor (58 Punkte)
2. Martijn van Leeuwen (49 Punkte)
3. Nicolai Kjaergaard (38 Punkte)
4. Will Stowell (29 Punkte)
5. Christian Sörensen (27 Punkte)

Vom 12.-14. Juni startet die Deutsche Kart Meisterschaft in die nächste Runde. Dann sind die drei Prädikatsserien des Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) im belgischen Genk zu Gast.