DKM geht in die heiße Phase

14.08.2013

Nach einer kleinen Sommerpause heißt es am kommenden Wochenende in der Deutschen Kart Meisterschaft wieder „Gentlemen, start your engines“. Die erste Liga des deutschen Kartsports gastiert im rheinlandpfälzischen Hahn und verspricht viel Spannung – kann doch auf dem Hunsrückring schon die erste Titelentscheidung fallen.

Mit 128 Teilnehmern erfreut sich auch der vierte Wertungslauf der DMSB (Deutscher Motor Sport Bund) Prädikatsserien einem großen Interesse. Neben den Stammfahrern, sind diesmal auch hochkarätige Gastfahrer vertreten. So feiert das Praga Kart Racing Team mit seinen Piloten Patrik Hajek und dem Japaner Marino Sato seine Premiere in der Deutschen Meisterschaft.

Der Hunsrückring/Hahn bietet hierzu ein perfektes Pflaster. Mit über 1.300 Metern warten einige Herausforderungen. Durch schnelle Kurvengeschwindigkeiten werden auf dem Kurs, unweit entfernt des Flughafen Frankfurt/Hahn, die Reifen besonders stark beansprucht. Um am Ende in den Finales genug Reserven zu haben, gilt es in den Heats auf das schwarze Gold Acht zu geben. Das weiß auch der KZ2-Vize-Europameister des Jahres 2012 Michele Di Martino: „Hahn ist eine sehr anspruchsvolle und wellige Strecke. Durch einige schnelle Kurvenpassagen werden, vor allem bei den Schaltkarts, die Reifen stark beansprucht und man muss entsprechend schonend fahren. Zusätzlich verlangen die hohen G-Kräfte einiges vom Fahrer ab, eine gute körperliche Fitness ist ein Muss.“

Einen Grund zum Feiern könnte am Sonntagabend schon Jorrit Pex (CRG Holland) haben. Der DSKM-Champion aus 2011 und 2012 ist auf dem Weg zum Triple. Dabei lief in dieser Saison nicht alles glatt für den CRG-Piloten. In Wackersdorf und Kerpen verpasste er den Laufsieg. Doch auch seine Verfolger strauchelten und ließen den Niederländer an der Spitze enteilen. In Hahn dürfte er sogar noch acht Punkte gegen Paolo de Conto (AVG Racing) verlieren und wäre trotzdem zum dritten Mal in Folge Deutscher Schaltkart Meister. Doch Pex weiß, dass an einem Rennwochenende viel passieren kann. „Im vergangenen Jahr hatte ich in Hahn einige Probleme. Ich werde versuchen mein Bestes zu geben und freue mich auf die Veranstaltung“, drückt er auf die Euphoriebremse. Sein direkter Verfolger Paolo de Conto ist jedoch bis unter die Haarspitze motiviert und wird auch in Hahn alles auf eine Karte setzen: „Ich muss versuchen bis zum Finale alle Rennen zu gewinnen, in Kerpen hat das schon sehr gut funktioniert.“ Etwas abgeschlagen folgt Kart-Weltmeister Davide Foré (DTK Racing Team Poland) auf Rang drei vor dem besten Deutschen Alexander Schmitz (KSM Racing Team). Der Weseler stand in Kerpen zwei Mal auf dem Siegerpodium und lauert noch auf die Vizemeisterschaft. Insgesamt haben 47 Pilotinnen und Piloten ihre Nennung für das Rennen im Hunsrück abgegeben.

Bei den Junioren dürfen sich die Fans auf einen packenden Zweikampf zwischen David Beckmann (Zanardi) und Martijn van Leeuwen (Keijzer Racing) freuen. Die beiden Youngsters trennen nur drei Punkte und werden die endgültige Titelentscheidung unter sich aus machen. Dabei sah es bis zum Halbzeitrennen in Kerpen nach einem Durchmarsch des Rookies David Beckmann aus. Doch der Pilot aus Hagen erlebte auf seiner Heimstrecke ein Rennwochenende zum Vergessen und musste van Leeuwen an sich herankommen lassen. In Hahn hofft er auf mehr Glück und startet zuversichtlich in den Saisonendspurt: „Kerpen war leider kein erfolgreiches Wochenende. In Hahn werden die Karten neu gemischt und ich wieder voll attackieren.“ Der Niederländer van Leeuwen wird aber versuchen ihn davon abzuhalten. Nach seinen ersten beiden Laufsiegen in Kerpen, wird er in Hahn alles daran setzen, weitere folgen zu lassen. Deutlich abgeschlagen sind indessen die Verfolger. Nicolaj Kjergaard (TK Racing) ist derzeitig Dritter, vor dem deutschen KSM-Duo Mick Betsch und Justin Barth. Mit 50 Fahrern ist das Feld auch beim Halbfinale der DJKM hochkarätig besetzt – in diesen um den Sieg kämpfen wird auch der Kanadier Parker Thompson (Energy Corse). Nach seiner Abwesenheit in Wackersdorf und Kerpen, meldet er sich zurück im deutschen Renngeschehen und kann seinen Kontrahenten noch in der Vergabe des dritten Gesamtranges gefährlich werden.

Eine kleine Sensation bahnt sich in der Deutschen Kart Meisterschaft an. Nach dem Juniorentitel in 2012, peilt Hannes Janker (TB Motorsport Racing Team) nun auch den Titel bei den Senioren an. Mit einem beeindruckenden Doppelsieg im Erftland übernahm er die Führung in der Gesamtwertung und baute sein Punktepolster auf 19 Zähler aus. „Bis zum Titel ist es noch ein langer Weg. Derzeitig schaut es aber wirklich gut aus und der Umstieg in die KF2 verlief perfekt“, Janker gut gelaunt. Auf die leichte Schulter darf er seine Führung nicht nehmen. Nach dem Vizetitel in 2012, möchte ebenso der Ire John Norris (Mach1 Motorsport) zu Jahresende ganz oben stehen. Vor der vierten Veranstaltung im Hunsrück ließ er jedoch etwas Punkte liegen und muss nun voll attackieren. „In Hahn und Genk werden noch 104 Punkte vergeben. Ich werde alles geben und bin mir sicher, dass wir das Zeug zum Titel haben“, John hochmotiviert. Ebenfalls ernsthafte Chancen haben die beiden Deutschen André Matisic (KKC Racing/PDB-Germany) und Dennis Marschall (TB Motorsport Racing Team). Das Duo lauert derzeitig auf den Rängen drei und vier. Interessant zu sehen sein wird die Performance des Franzosen Dorian Boccolacci (Energy Corse). Nach seinem Doppelsieg zu Jahresbeginn in Ampfing, musste er die folgenden beiden Veranstaltungen auslassen. In Hahn ist er nun wieder mit von der Partie und könnte ebenfalls noch in den Titelkampf eingreifen. Langeweile wird auf dem Hunsrückring auf jeden Fall nicht eintreten.

Freuen dürfen sich die Kartsport-Fans auch wieder über 13-Stunden Live-Bilder. Über den Video-Live-Stream der Deutschen Kart Meisterschaft können Daheimgebliebene weltweit am Samstag und Sonntag alle Rennen Live verfolgen. Zusätzlich gibt es wieder zahlreiche Informationen auf der offiziellen DKM-Facebook-Fanseite. Für die Teilnehmer gilt es schon am Freitag das passende Setup für ihre Renngeräte zu finden, um dann am Samstag im Qualifying um die Pole-Position zu kämpfen. Danach folgen pro Klassen jeweils drei Heats, woraus die besten 34 Fahrer den Einzug in die Finals am Sonntag schaffen.