Starker Auftakt der DKM in Ampfing

05.05.2014

Auf dem Schweppermannring in Ampfing startete am vergangenen Wochenende die Deutsche Kart Meisterschaft in die Saison 2014. 136 Fahrerinnen und Fahrer aus über 20 Nationen lieferten sich packende Rennen. Mit insgesamt fünf Siegern präsentierten sich die drei Prädikatserien DKM, DJKM und DSKM ausgeglichen.

Mehr als sechs Monate waren vergangenen bis die Deutsche Kart Meisterschaft wieder in das neue Jahr startet. Den Anfang machte der 1.060 Meter lange Kurs im bayerischen Ampfing. Bei teilweise schwierigen Witterungsbedingungen fanden dort die ersten beiden von insgesamt zehn Wertungsläufen statt. Doch in den Wintermonaten haben die Organisatoren des DMSB nicht geschlafen. Pünktlich zum Saisonstart kam eine neue Race-Control zum Einsatz. Elf HD-Kameras halten in Zukunft alle Geschehnisse auf der Strecke fest.

Das Renngeschehen wurde geprägt durch ein zweigeteiltes Wetterbild. Kühle Temperaturen und Regen sorgten während der Zeittrainings und Heats am Samstag für schwierige Bedingungen. Zu den Rennen am Sonntag waren die Wolken aber wieder verzogen. Strahlender Sonnenschein und blauer Himmel bescherte den Fahrern, Teams und den zahlreichen Zuschauern auf den Rängen bestes Kartsportwetter. Die Siege verteilten sich am Abend auf gleich fünf Piloten. Rick Dreezen feierte einen Doppelsieg in der DSKM, Thomas Preining und Enaam Ahmed siegten in der DJKM und Manuel Valier und Jehan Daruvala triumphierten in der DKM.

DSKM: Rick Dreezen meldet sich mit Doppelsieg zurück

63 Schaltkart-Piloten waren zum Auftakt der DSKM nach Ampfing gereist. Darunter mit Jorrit Pex und Rick Dreezen (beide CRG Holland) gleich zwei dreifach-Champions, die in diesem Jahr darauf brennen ihren vierten Titel einzufahren. Doch nach den Heats hatte der Niederländer Marijn Kremers (AVG Racing Team) die besten Karten. Mit zwei Siegen schoss er auf nasser Strecke an die Spitze und stand im ersten Rennen auf der Pole-Position. „Die Heats verliefen für mich wirklich gut. Ich hoffe, dass wir auch auf trockener Strecke daran anknüpfen werden“, zeigte sich der Youngster am Samstagabend durchaus zufrieden.

Doch im ersten Rennen am Sonntag musste er seinen erfahrenen Gegnern den Vortritt lassen. Rick Dreezen fuhr aus der zweiten Startposition an die Spitze und gab diese bis zum Fallen der Zielflagge nicht mehr ab. „Das war ein super Rennen für mich. Ich freue mich wieder in der DSKM am Start zu sein, die Konkurrenz ist sehr stark und der Sieg war ein hartes Stück Arbeit“, strahlte der Belgier auf dem Siegerpodium. Schwitzen musste hingegen der amtierende Champion Jorrit Pex. Aus der siebten Position kämpfte er sich nach vorne und zog in der letzten Runde mit einem beherzten Manöver am mehrmaligen Welt- und Europameister Bas Lammers (Formula K) vorbei. Der Belgier verlor zu Rennende etwas an Performance und schaffte es nicht mehr die Angriffe von Pex abzuwehren. „Ich konnte mich einfach nicht mehr wehren“, meinte Lammers später im Ziel. Einen tollen vierten Rang fuhr Gastpilot Douglas Lundberg (CPS Sport) vor dem besten Deutschen Michele Di Martino (Energy Corse) ein. Komplettiert wurde die Top-Ten durch Guust Specken (IRB Racing), Ricardo Romkema (Energy Corse), Marijn Kremers, Dominik Schmidt (Energy Corse) und John Norris (Mach1 Motorsport).

Das zweite Rennen begann für Auftaktsieger Rick Dreezen deutlich ungemütlicher. Pex und Lundberg setzten ihn teilweise kräftig unter Druck und lauerten auf den Sieg. Der Zanardi-Pilot behielt aber seine Nerven und sicherte sich den Doppelerfolg. „Ein tolles Wochenende, vielen Dank an mein Team für das perfekte Material“, Dreezen im Ziel. Die Entscheidung um den zweiten Platz fiel hingegen erst auf den letzten Metern. Lundberg und Pex lieferten sich einen tollen Fight, welcher am Ende zu Gunsten des Schweden Lundberg ausging. Etwas zu langsam war Bas Lammers: Nach seinem dritten Rang im ersten Lauf, konnte er diesmal nicht das Tempo der Spitze mitgehen und folgte als Vierter vor Verdi Geurts (Solgat Motorsport). Die deutsche Riege wurde diesmal vom Sechsten Dominik Schmidt (Energy Corse) angeführt. Hinter ihm reihte sich sein Landsmann Maik Siebecke (SRP Racing Team) ein. Nach einem schwierigen ersten Rennen, kämpfte er sich in den 24 Rennrunden von Rang 29 auf sieben nach vorne. Als Achter folgte Stefan Ott (CRG Racing Germany) vor Simo Puhakka (AVG Racing) und Marijn Kremers.

Meisterschaftszwischenstand DSKM:
1. Rick Dreezen (52 Punkte)
2. Jorrit Pex (40 Punkte)
3. Verdi Geurts (23 Punkte)
4. Dominik Schmidt (22 Punkte)
5. Mrijn Kremers (19 Punkte)

DJKM: Siege für Preining und Ahmed

Die Jüngsten präsentierten sich in Ampfing mit einer unglaublichen Leistungsdichte. Im Zeittraining trennten 31 Fahrer weniger als eine Sekunde. Überraschender Pole-Setter war Thomas Preining (KSB Racing Team) aus Österreich. Bei seinem ersten KF-Junior-Rennen hielt er die gesamte internationale Konkurrenz in Schach. Dass sein Erfolg keine Eintagsfliege war zeigte er in den Vorläufen. Mit einem Sieg und einem vierten Rang hielt er am Abend Startposition zwei. Allein Enaam Ahmed aus dem britischen Team Ricky Flynn Motorsport war mit zwei Siegen erfolgreicher und stand auf der Pole-Position. „Die Konkurrenz ist wirklich stark. Ich fahre hier sehr gerne und liebe die Strecke“, ein glücklicher Enaam Ahmed am Abend.

Aufregend startete das erste Rennen am Sonntagmorgen. Innerhalb der ersten vier Runden mussten mit David Beckmann (Morsicani Racing) und Mick Junior (KSM Racing Team) gleich zwei deutsche Hoffnungen vorzeitig aufgeben. An der Spitze schien indessen alles zu Gunsten von Enaam Ahmed zu verlaufen. Der FA-Kart-Pilot bestimmte das Tempo und war auf dem Weg zum Sieg. Doch seinem Verfolger Thomas Preining gelang ein perfekter Schachzug. In den 19 Rennrunden studierte er die Linie seines Kontrahenten und nutzte kurz vor Rennende eine Lücke. Ahmed hatte keine Chance zum Konter und wurde hinter Preining als Zweiter abgewinkt. Ein ruhiges Rennen fuhren Maximilian Fewtrell und Logan Sargeant (beide Ricky Flynn Motorsport) auf den Rängen drei und vier. Unglaublich eng war hingegen die Entscheidung um die Positionen fünf bis acht. Vier Fahrer kreuzten fast nebeneinander den Zielstrich, mit einer Spoilerlänge Vorsprung setzte sich Michael Kuiper (Keijzer Racing) gegen Jonas Nielsen (Ricky Flynn Motorsport) und den zwei schnellsten Deutschen Jannes Fittje (PM Racing Performance) und Max Hesse (Solgat Motorsport) durch. Als Neunter reihte sich Justin Barth (KSM Racing Team) vor Sophia Floersch (Forza Racing) ein.

Unglaubliches Pech hatte Auftaktsieger Thomas Preining im zweiten Rennen. Noch in der Einführungsrunde musste er sein Kart mit einem technischen Defekt im Aus abstellen und konnte nur noch zusehen wie Enaam Ahmed den Sieg einfuhr. „Ein super Wochenende für uns. Ich führe nun die DJKM an und freue mich auf das nächste Rennen in Wackersdorf.“ Für eine kleine Überraschung sorgten Michael Kuiper und der Deutsche DJKM-Rookie Max Hesse. Mit einem perfekten Start kämpften sich die Beiden nach vorne und schafften den Sprung auf das Siegerpodium. Im Ziel konnte Hesse seinen Erfolg kaum fassen: „Ich habe es geschaffte mich in der ersten Runde aus allen Kollisionen heraus zu halten und konnte meine Position verteidigen – einfach unglaublich.“  Maximilian Fewtrell behauptete sich mit einem tollen Endspurt gegen seinen Teamkollegen Logan Sargeant. Die Deutsche Sophia Floersch verbesserte sich auf Platz sechs gefolgt von Casper Roes-Andersen (TK Racing), Juan Correa (Energy Corse), Jannes Fittje und Carrie Schreiner (Energy Germany).

Meisterschaftszwischenstand DJKM:
1. Enaam Ahmed (50 Punkte)
2. Michael Kuiper (33 Punkte)
3. Maximilian Fewtrell (33 Punkte)
4. Logan Sargeant (27 Punkte)
5. Max Hesse (25 Punkte)

DKM: Valier und Daruvala teilen sich Siege

Jehan Daruvala (Ricky Flynn Motorsport) legte in der Deutschen Kart Meisterschaft einen starken Auftakt hin. Bei seinem ersten Rennen in Ampfing durfte er prompt die Bestzeit im Qualifying und zwei spätere Vorlaufsiege auf seinem Konto verbuchen. „Die Deutsche Kart Meisterschaft präsentiert sich hier sehr professionell und mit starken Fahrern. Meine Rennen verliefen heute sehr gut. Wir haben bei den feuchten Bedingungen das passende Setup gefunden“, zog der Inder am Abend Resümee. Neben ihm sicherte sich der Russe Egor Stupenkov (Energy Corse) einen Platz in der ersten Startreihe. Als bester Deutscher folgte Hannes Janker (TB Motorsport Racing Team) auf Platz drei. Der amtierende Vize-Champion musste auf die freien Trainings am Freitag verzichten, machte diesen Rückstand aber schnell wett und war im Interview gut gelaunt: „Es lief alles perfekt, Platz drei ist ein super Startplatz und lässt auf morgen hoffen.“

Aus der vierten Position gelang jedoch Lokalmatador Manuel Valier (Mach1 Motorsport) ein überragender Start in das ersten Rennen des Jahres. Schnell übernahm er die Führung und siegte mit einem Vorsprung von über drei Sekunden. „Wir haben uns für neue Reifen entschieden und hatten damit einen kleinen Vorteil“, erklärte Valier im Ziel. Pole-Setter Jehan Daruvala schaffte es nicht an seine Performance aus den Vorläufen anzuschließen und fiel im Verlauf des Rennens bis auf Rang vier zurück. Erster Verfolger von Valier war letztendlich Hannes Janker: In einem packenden Fight setzte sich der Franke gegen Martijn van Leeuwen durch und sorgte für einen deutschen Doppelerfolg. Hinter van Leeuwen und Daruvala schlossen Egor Stupenkov, Will Stowell (Piers Sexton Racing), Anton Dulin (Kartprom Team), Marco Paul (Energy Germany), Kevin Metzner (PM Racing Performance) und Alexander Müller (TK Racing) die Top-Ten ab.

Auch im zweiten Rennen gab es zunächst für Manuel Valier kein Halten mehr. In einer perfekten ersten Runde verschuf er sich einen deutlichen Vorsprung und verwaltete diesen über 22 Runden. Doch dann das plötzliche Aus: Valiers linkes Hinterrad hatte sich gelöst und der Bayer musste aufgeben. „Das ist ein harter Rückschlag. Die Führung hätte mir keiner mehr nehmen können. Wir müssen nun analysieren wo das Problem lag. Die Muttern haben sich einfach gelöst und ich habe die Felge verloren.“  Seinen Sieg erbte Jehan Daruvala – der Inder behackte sich zu Rennbeginn mit Egor Stupenkov, Hannes Janker und Martijn van Leeuwen. Leidtragende waren Janker und van Leeuwen, am Ende der Start-Ziel-Geraden kollidierten die Beiden und rutschten ins Aus. Während Janker das Rennen komplett beenden musste, setzte van Leeuwen seine Fahrt fort und kam noch als 13. durchs Ziel. Profiteure waren Kevin Metzner und Fabienne Wohlwend (TB Motorsport Racing Team). Die beiden sahen hinter Daruvala und Stupenkov die Zielflagge als Dritter und Vierte. Den Sprung in die Top-Fünf schaffte ebenfalls Juniorenaufsteiger Nicolai Kjaergaard (TK Racing). Hinter dem Dänen reihten sich Tomas Stranava (KSB Racing Team), Aljoscha Prothmann (RS Motorsport), Mark Potmann (Daems Racing Team), Maxim Martynyuk (Energy Germany) und Harrison Newey (Mach1 Motorsport) auf den weiteren Positionen ein.

Der Sieg in der Teamwertung ging an Ricky Flynn Motorsport gefolgt vom TB Motorsport Racing Team und Energy Corse.

 Meisterschaftszwischenstand DKM:
1. Jehan Daruvala (40 Punkte)
2. Egor Stupenkov (31 Punkte)
3. Manuel Valier (25 Punkte)
4. Kevin Metzner (23 Punkte)
5. Hannes Janker (20 Punkte)

Nach diesem gelungenen DKM-Auftakt hatte auch Serienkoordinator Stefan Wagner allen Grund zur Freude: „Wir haben hier eine tolle erste Saisonveranstaltung erlebt. Der MSC Waldkraiburg hat wieder einen super Job gemacht. Unsere neue Race-Control hat ebenfalls die Bewährungsprobe bestanden und bietet tolle Bilder. Nicht zu vergessen ist der tolle Sport auf der Rennstrecke. Die drei Felder sind sehr stark besetzt und die Resonanz der Teams war durchweg positiv. Wir werden weiter an der Entwicklung der DKM arbeiten und freuen uns auf das nächsten Rennen in Wackersdorf.“

Erst Ende Juni (28.-29.06.) gastiert die Deutsche Kart Meisterschaft im Prokart Raceland. Drei Wochen vor der Schaltkart-Europameisterschaft darf man sich wieder auf volle Teilnehmerfelder freuen.